Sendivogius, Michael:

Michaelis Sendivogii Chymische Schrifften, Darinnen gar deutlich von dem Ursprung, Bereit- und Vollendung des gebenedeiten Steins der Weisen gehandelt wird. Nebst einem kurtzen Vorbericht ans Liecht gestellet durch Friedrich Roth-Scholtzen Siles. Nürnberg, bey Joh[ann] Dan[iel] Taubers seel. Erben. 1718. Mit gestochenem Frontispiz und 4 Titelvignetten [1 gestochene und 3 Wiederholungen in Holzschnitt]. 1 Bl. [Haupttitel in Rot/Schwarz gedruckt mit gestochener Titelvignette], 1 gefaltetes Bl. [Speculum Philosophicum], 43, [1] S., 250 [richtig: 350 S., ab S.296 falsch mit S.196ff. paginiert] S., 2 Bl. [Zwischentitel in Rot/Schwarz gedruckt, vor S.193 und 203 (richtig: 303)], 1 w. Bl. [nach S.202 (richtig: 302)]. Papp-Band des 19. Jahrhunderts mit Rückenschild.

Ferguson II, S.364. Duveen S.545. J. Neu 3763. Bolton S.1045. Bernus 476 und S.300/301 (mit Abbildung). Rosenthal 780. Ackermann IV,171. Dorbon-Ainé 4551/II. Hall 147 (Anmerkung). Schmieder S.375. Biedermann S.393/394 (mit falschem Jahr 1717). Ferchl S.498. Brüning 3704. - Erste Ausgabe der von Roth-Scholtz herausgegebenen Sammlung. Die 2. Ausgabe erschien 1749 in Wien bei Krauß und wurde 1750 nochmals von Krauß aufgelegt, vgl. Caillet 10137, Ouvaroff 1059 und Jouin/Descreux 853. Kopp II, S.336 erwähnt noch eine Ausgabe Wien 1770. - Enthält nach dem „Vor-Bericht“ mit bio- und bibliographischen Anmerkungen von Roth-Scholtz (S.1-17) und der „Vorrede“ (S.18-24): „Michaelis Sendivogii Processus Super centrum universi, seu Sal centrale. Wie solcher in Hr. Joh. Joachim Bechers [...] Chymischen Glücks-Hafen zu finden; Nun aber zu Complirung der Sendivogianischen Schrifften hier mit beygefüget worden [...]” (S.25-43), auf S.43 verso noch aus der gleichen Quelle: „Ein Geheimnus aller Geheimnüssen“. Der Hauptteil enthält die Sendivogius zugeschriebenen Schriften: [1.] „Zwölff Tractätlein, von dem Stein der Weisen“ (S.1-68); [2.] „Vom Mercurio. d.i. Philosophisches Gespräch zwischen dem Mercurio, einem Alchymisten, und der Natur gehalten. [...]” (S.69-92, mit eigenem Titel [mit Holzschnittvignette]); [3.] „Vom Schwefel. d.i. Ein Philosphischer Tractat, von dem andern Anfang der natürlichen Dinge, dem Schwefel. [...]“ (S.93-192, mit eigenem Titel [mit Holzschnittvignette], ab S.177 der: „Anhang Eines gleichförmigen Gesprächs, des Geistes Mercurii, mit einem Closter Philosopho [Bruder Alberto Bayrs, Carmeliter-Mönch] gehalten. Hiehero [...] zu Ergäntzung [...] aus einem alten Buch, beygefüget“); [4.] „[...] Epistolæ LV. quæ à Johan. Jac. Mangeto in Bibliotheca Curiosa Chymiæ amatoribus primo donatæ nunc Sendivogianis Operibus annectuntur [...]“ (in lateinischer Sprache), (1 Bl. [eigener Titel, in Rot/Schwarz gedruckt], S.193-[302], 1 w. Bl.). Angefügt wurden von Roth-Scholtz noch die beiden Werke: [I.] „Des vortrefflichen Abts Synesii aus Griechenland Chymische Schrifften / Von dem gebenedeiten Stein der Weisen und dessen Bereitung; wie solche ehemals aus der Kayserlichen-Bibliothec seynd communicirt; nun aber zum Druck befördert worden [...]“ (1 Bl. [eigener Titel, in Rot/Schwarz gedruckt mit Holzschnittvignette], S.[303-321], auf S.[322] Bücheranzeigen von Tauber); [II:] „Fr. Basilii Valentini Ordin. Benedict. Via Veritatis Oder: Der einige Weg zur Warheit / Wie er solchen ehemals beschrieben hinterlassen; Nun aber Um dessen Fürtrefflichkeit willen denen Liebhabern der Wahren Weißheit zu Dienste den Sendivogianischen Schrifften mit beygefüget [...]“ (S.[323-350], mit eigenem Titel). Alle Titel mit dem Druckvermerk: Nürnberg, Tauber 1718. Auf dem gefalteten Blatt (bei einigen Bibliographen auch als doppelblattgroßer Titel bezeichnet) der Text: „Speculum Philosophicum, In welchem Erstlich der gantze Innhalt dieser Chymischen Schrifften / Und Zweytens eine General=Regel zu ersehen / was von GOtt / der Natur / den Metallen / und der Kunst herfür gebracht wird.” [darunter eine Tabelle in 4 Spalten mit einigen alchemistischen Zeichen und dem Text:] [1.] Vier Elementen. - Feuer / Lufft / Wasser / Erde - von GOtt. [2.] Drey Anfäng. - Schwefel / Saltz / Mercur. - der Natur. [3.] Zween Saamen. - Männlein / Weiblein - der Metallen. [4.] Eine Frucht. - Tinctur. - der Kunst. [darunter die Reime:] „Wer diese Tafel recht versteht / Sieht wie eins aus dem andern geht. Erstlich steckt alles in vierdter Zahl / Der Elementen überall. Darans die drey Anfäng entspringen / Welche zwey Geschlechter herfür bringen / Männlich / Weiblich / von Sonn und Monn, Daraus wächset der Käyserliche Sohn: Dem auf der Welt gar nichts gleich / Und übertrifft all Königreich.“ (verso: weiß). - Einband berieben, Bezugspapier teilweise angerieben, Ecken etwas bestoßen. Innendeckel mit älteren handschriftlichen Notizen, Frontispiz hinterlegt und mit kleinem Einriß. Fast durchgehend leicht gebräunt, wenige Blatt etwas fleckig, vereinzelt mit zeitgenössischen Unterstreichungen, zusätzlich einige neuere Anstreichungen in Bleistift. Das gefaltete Blatt (in vorliegendem Exemplar nach S.24 der Vorrede gebunden) eingerissen und teilweise hinterlegt. Die letzten 6 Blatt im Falz mit kleinen Wurmgängen, bei den letzten 2 Blatt dadurch geringer Buchstabenverlust.

Schlagworte: Alchemie

Bestellnr. 8062

Preis: 1.900,00 EUR