Bernhardus Trevisanus:

Des Hn. BERNHARDI, Grafen von der Marck vnd Tervis Chymische Schrifften / von dem gebenedeyten Stein der Weisen. Aus dem Lateinischen ins Teutsche übersetzet, ingleichen mit des Herrn D. Joachim Tanckens und anderer Gelehrten Anmerckungen ans Liecht gestellet durch Caspar Horn / Phil. & Med. Doctor. Nürnberg, Verlegts, Johann Paul Krauß, Buchhändler in Wienn nächst der Kayserl. Burg. 1746. Titel in Rot / Schwarz gedruckt. Mit gestochenem Frontispiz. [100], 390, [4] S. [Inhalt] [= A-Z8, Aa-Hh8]. Papp-Band der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild.

Ferguson I,S.101. Caillet 1035. Ouvaroff 826. Jouin / Descreux 623 (Anm.). Schmieder S.235. Ferchl S.38. Brüning 4512. - Dritte von Kaspar Horn herausgegebene Ausgabe, teilweise auf der der älteren Übersetzung von Joachim Tancke beruhend. Erschien in dieser Bearbeitung erstmals 1643 in Nürnberg, vgl. Rosenthal 846 und J. Neu 427 (nur unvollständiges Exemplar), eine weitere Ausgabe folgte 1717, vgl. Rosenthal 847. Die letzte von Kaspar Horn besorgte Ausgabe erschien 1747 ebenso in Nürnberg bei Krauß und ist bis auf die Jahreszahl identisch mit der vorliegenden Ausgabe, vgl. Bolton S.1060, Bernus 52 und Hall 39 (mit Abbildung von Titel und Frontispiz). Über Graf Bernhardus Trevisanus (1406-1490), auch bekannt unter zahlreichen Namensvarianten (wie z.B. Graf Bernhard von Treviso, Bernhard Graf von Trevigo, Bernardus Trevirensis, Graf von der Marck und Tervis, Graf Bernard von Tresne und Naygen), siehe auch Kopp I, S.223/224, Kiesewetter, Geheimwissenschaften (2. Auflage) S.71-73, Priesner / Figala S.78 und Biedermann S.433/434. - Inhalt (Vorstücke): I. Caspar Horns „Dedicatio“ an Fürst August zu Anhalt, Graf zu Ascanien, Herrn zu Zerbst und Bernburg; datiert „Nürnberg den 1. Martii Anno 1643“ (A2-7, B-C8, D7 rekto). II. Caspar Horns „Vorrede an den Kunstliebenden Leser“ (D7 verso - E5 rekto). III. Dedication des Grafen Bernhards an den „Herrn Thomæ de Bononia, Gubernator in Franckreich“, datiert „Treßne / den 12. Maji, 1453“ (E5 verso - E6 rekto). IV „Vorrede [des] Grafen Bernhardi an alle der wahren Kunst Liebhaber“ (E6 verso - E7 verso). V. „Noch eine andere Vorrede [des] Grafen Bernhardi über sein Buch“ (E8 rekto - G4 rekto [= S.1]). (Hauptwerk): VI. „Des Herrn Bernhardi Grafen von Terviß oder von Treßne und Naygen, Chymischer Schrifften Erster Theil. Von den Erfindern dieser Kunst und denen so sie warhafftig gewust und gehabt haben“ (S.1-12). VII. „Bernhardi Chymischer Schrifften Zweyter Theil. In welchem gezeiget wird / welchen Büchern ich nachgearbeitet, was für unglaubliche Mühe, Zeit und Unkosten darauff gangen, und wie ich endlich zur Warheit gelanget, auch von dem rechten Grund der Kunst“ (S.12-77). VIII. „Bernhardi Chymischer Schrifften Dritter Theil. Darinnen gehandelt wird von dem Anfang vnd Wurtzel der Metallen, und solches aus vesten Gründen, und klaren Beweiß und Zeugnissen der Philosophen“ (S.77-102). IX. „Bernhardi Chymischer Schrifften Vierdter Theil. Darinnen die Practica des Philosophischen Steins, Parabolisch gelehret wird“ (S.103-113). X. „Symbolum Bernhardi Comitis Palatini Marcæ Trevisianæ“ (S.114-125). XI. „Ein absonderlicher Tractat Bernhardi, Comitis Trevirensis. vom Stein der Weisen / Aus dem Latein ins Teutsche übersetzet“ (S.125-136). XII. (mit eigenem Titel): „Des Wohlgebohrnen Grafen Bernhardi, von der Marck und Treviß, ausführliches Send=Schreiben vom Stein der Weisen, welches er an vorerwähnten seinen vertrauten, und in der Kunst erfahrnen Freund Thomam von Bononia, Caroli des VIII. Königs in Franckreich, Medicum, vertreulich geschrieben, ehedessen von D. Joachimo Tanckio publiciret, Anjetzo von neuem übersehen, und an vielen Orten corrigiret und verbessert, durch Caspar Horn / Philosophiæ & Med. Doct. Nürnberg, Verlegts, Johann Paul Krauß, Buchhändler in Wienn, nächst der Kayserl. Burg.“ (S.137-210). Zwischentitel: „Anhang etlicher nützlicher Chymischer Tractätlein / So zu deutlicherer Erklärung, und besserm Verstand des Grafen Bernhardi Schrifften / dienen, Und vor diesem von Herrn D. Joachimo Tanckio, mit angehänget, und publicirt worden. Nürnberg, Verlegts, Johann Paul Krauß, Buchhändler in Wienn, nächst der Kayserl. Burg.“ (S.211). XIII. „Ein Dialogus vom Stein der Weisen, Præceptoris Georgii, und Alberti Discipuli. Darinnen der vierdte Theil des Grafen Bernhardi von der Practica Lapidis Philosophici ausgeleget und erkläret wird“ (S.212-272). XIV. (mit eigenem Titel): „Kurtze Auslegung des Fontinleins, oder Vierdten Theils Bernhardi, von Alberto Beyer, Fratre Ordinis Carmelitarum hinterlassen. Von welchem man schreibet, daß er warhafftig den Stein der Weisen gemacht und gehabt habe. Neben einem kleinen Tractätlein von den zweyen Blumen, Daraus der Weisen Stein wächset. Nürnberg, Verlegts, Johann Paul Kraus, Buchhändler in Wienn, nächst der Kayserl. Burg.“ (S.273-285). „De Magno Lapide Physico. Von den Zweyen Blümlein / Daraus der Stein der Weisen wächset“ (S.286-293). XV. „Anfang des vierdten Buchs / Bernhardi wie es in Französischer Sprache beschrieben“ (S.293-297). XVI. „Send=Brief Galli Etschenreuters / der Artzney Doctoris und Chymici, zu Schlettstatt ordinarii Physici geschrieben an Wilhelm Gratarolum / der Philosophey und Artzney Doctorem“ (S.298-306). XVII. (mit eigenem Titel): „Dicta Alani das ist: Kurtze Lehr= und Unterricht=Sprüche / Von der Bereitung des grossen Steins der Weisen. Von einem alten Philosopho Alano de Insulis, oder von Ißle aus Flandern, beschrieben und hinterlassen. Nürnberg, Verlegts, Johann Paul Krauß, Buchhändler in Wienn, nächst der Kayserl. Burg.“ (S.307-324). XVIII. (mit eigenem Titel): „Metallurgia. Das ist: Von der Generation und Geburt der Metallen / und daß aus ihnen allein der Grosse Stein der Weisen könne gemacht werden, von einem gelehrten Philosopho Hermetico beschrieben, und publiciret, durch Joachimum Tanckium, D. Nürnberg, Verlegts, Johann Paul Kraus, Buchhändler in Wienn, nächst der Kayserl. Burg.“ (S.325-390). - Einband etwas berieben und gering bestoßen, Innendeckel und hinterer Vorsatz mit handschriftlichen Notizen, Frontispiz im seitlichen Rand etwas knapp beschnitten, teilweise schwach gebräunt und vereinzelt gering fleckig oder mit wenigen älteren Anstreichungen.

Schlagworte: Alchemie / Hermetik

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